Sieben Gründe, heute noch mit dem tanzen anzufangen (Teil 3)

Nachdem die ersten beiden Teile dieser Serie sich mit eher körperlichen Aspekten beschäftigt haben, will ich heute mit Euch ein paar Gedanken teilen, welche Auswirkungen das tanzen auf die Psyche haben kann. Mir selbst wurde schon als Tanzanfängerin sehr schnell klar, dass gerade der Orientalische Tanz so viel mehr ist (oder sein kann, wenn man bereit dazu ist) als eine schnöde Sportart.

Teil 3: Tu Deiner Seele etwas Gutes!

Zum einen ist tanzen unglaublich gut dazu geeignet, Streß abzubauen und sich zu entspannen. Gerade die sogenannten „Drills“, also das Wiederholen ständig gleicher Bewegungen, sind nichts anderes als Bewegungsmeditation. Man konzentriert sich ganz auf die Bewegung, achtet dabei auch auf Haltung und Atmung und lässt die ganze Welt mit ihren Sorgen und dem Ärger außen vor. Das Gedankenkarussell kommt zum Stillstand, wenn vielleicht auch nur für die eine Stunde, die man im Tanzstudio verbringt.

Und wenn es mal wieder einer „dieser Tage“ ist und man schon fast nicht mehr weiß, wohin mit dem Ärger und der angestauten Wut, kann man dies wunderbar mit einem wilden Trommelsolo von sich schütteln.

Gerade Frauen, die beruflich und in ihrer Familie ständig unter dem Druck stehen, alles selbst organisieren und entscheiden zu müssen, genießen es zudem häufig auch, sich ganz in die Hände einer Trainerin zu geben, ihren Anweisungen vertrauenesvoll zu folgen und damit auch mal Kontrolle abgeben zu dürfen.

Auf diese Weise kann der Orientalische Tanz helfen, das eigene seelische Gleichgewicht wiederzufinden. Man wird ruhiger, gelassener, gleichzeitig aber auch stärker und kreativer. Meine Schülerinnen wissen schon: Die schönsten Trainingsstunden haben wir oft gerade dann, wenn ich völlig ausgepowert, gestresst und unvorbereitet zum Training komme. Denn wenn erst die Musik läuft und alle sich vor dem Spiegel versammeln, kann es nur besser werden.

Es geht aber noch weiter: Der Orientalische Tanz erlaubt es uns, in ganz verschiedene Rollen zu schlüpfen und dadurch Charaktereigenschaften neu zu entdecken. Wir dürfen kokett sein. Schüchtern. Frech. Sanft oder wild. Lustig oder lasziv. Sogar süß😉 Ich weiß nicht, wieviele Frauen ich im Lauf meiner Lehrtätigkeit schon erleben durfte, die anfangs heftig, fast entrüstet z.B. den Schleiertanz ablehnten mit den Worten „Das ist nichts für mich.“ Und dann doch ihre sanfte, romantische Art entdeckten. Oder umgekehrt bei einem kraftvollen Folklore-Stück auf einmal aus sich raus gingen. Und es kann mir niemand erzählen, dass solche Erfahrungen keinen bleibenden Eindruck in der Innenwelt der Tänzerin hinterlassen würden. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie zumindest einen Teil davon mit in ihren Alltag nehmen.

Beim Gothic BellyDance geht das eben Beschriebene sogar noch ein Stückchen weiter: Hier beschäftigen wir uns mit der tänzerischen Darstellung starker Emotionen wie Liebe, Sehnsucht oder auch Wut und Hass oder versuchen, archetypische Figuren (Priesterin, Jungfrau, Tod …) darzustellen.

Orientalischer Tanz hat für mich ganz klar auch eine spirituelle Seite. Er beseitigt Energie-Blockaden, öffnet die Chakren und verbindet uns mit dem Kosmos und dem Göttlichen. Das wissen nicht nur z.B. Schamanen seit Hunderten von Jahren, sondern auch bekannte Tänzerinnen aus der Vergangenheit (z.B. Ruth St. Denis) und Gegenwart (z.B. Shahrazad). In meinen Unterricht lasse ich diese Überzeugung allerdings nur unterschwellig einfließen – wenn es sich irgendwie ergibt, dann ist es gut, wenn nicht – dann auch🙂

Hüftschwingende Grüße

Eure Asherah

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„Tanzen verbindet mich mit der Erde unter mir, dem Himmel über mir, der Welt um mich und der Göttin in mir.“ Andrea S.

„Das Ü-Ei-Prinzip: Orientalischer Tanz ist total spannend und abwechslungsreich. Die Bandbreite geht von Zuckerprinzessin bis Gothic, von der Tribalgruppe bis zum Solo, von lustig bis dramatisch. Ich lerne verschiedene Rollen zu spielen. Ob ich mit Schleierweitwurf durch den Saal schwebe oder mit einem Dolch die Leute bedrohe; ich lerne verschiedene Emotionen darzustellen und zu verarbeiten.“ (IS)

Um es nochmal auf den Punkt zu bringen (weil ich das eigentlich gar nicht kann^^) Bauchtanzen ist toll! Es gibt einem Selbstvertrauen, es hilft einem sich selbst zu akzeptieren, sich „wohl in seiner Haut zu fühlen“ Es verbindet Körper und Seele… ja das tut es… obwohl so ein Satz aus meinem Mund.. sowas würde ich eigentlich nie sagen… Aber hier.. hier passt es…“ (EH)

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Bildquelle: danke an Jenny für die schöne Aufnahme von den Phantasie- und Mittelaltertagen 2012

4 thoughts on “Sieben Gründe, heute noch mit dem tanzen anzufangen (Teil 3)

  1. Paul Czickus sagt:

    Das seelische Gleichgewicht mit Tanzen bei zu behalten ist wahrscheinlich auch im Herbst und im Winter sehr gut, wenn man zu depressiver Stimmung neigt.

    Wir von den Fahrradtachos im Netz auf http://www.fahrradshops.eu/fahrradtacho-tachos.htm wünschen viel Spass beim Tanzen und ein gutes Gefühl dabei.

  2. […] heute noch mit dem tanzen anfangen sollt, schließt sich inhaltlich gut an den vorherigen (Teil 3: Tu Deiner Seele etwas Gutes) […]

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