Sieben Gründe, heute noch mit dem tanzen anzufangen (Teil 5)

In den vergangenen Teilen dieser Reihe habe ich über einige positive Auswirkungen des Orientalischen Tanzes auf die Tänzerin als  Individuum gesprochen. Heute will ich zum einen darauf eingehen, wie der Tanz helfen kann, das eigene Geschlecht zu akzeptieren, zum anderen aber auch, wie er sich auf das soziale Gefüge auswirkt. (Huh, das klingt aber alles sehr hochgestochen … *g*)

Teil 5: Sei Frau. Unter Frauen!

Ich weiß, bei der nun postulierten These wird die ein oder andere Leserin aufschreien, aber ich behaupte trotzdem: Frauen sind Frauen. Ich hatte in meinem Leben schon ein paar Diskussionen darüber und kann jedem, der behauptet, Männer und Frauen wären „gleich“ und alle Geschlechtsunterschiede ausschließlich in der Erziehung und den gesellschaftlichen Konventionen begründet, nur ins Gesicht lachen. Gut, ich gebe zu, ich bin in einigen Punkten sicherlich auch sehr mädchenhaft erzogen worden, aber ich nehme mein Frau-Sein einfach mal als ausreichende Befähigung, um meine These zu wiederholen: Frauen sind Frauen. Nicht schlechter als Männer. Nicht besser. Einfach Frauen.

Damit meine ich auf keinen Fall, dass Frauen irgendwelche Dinge nicht tun sollten, nur allein aus dem Grund ihres Geschlechts heraus. Ihr wollt Dächer decken, Bodybuilderin werden oder Chemie studiern. Nur zu!

Ich meine damit aber, dass Frauen eine andere Art haben, Dinge wahrzunehmen und zum Teil auch ganz andere Bedürfnisse haben als Männer, will mich aber hier nicht in Gender Studies verlieren😉 (Wer Lust hat, sich auf humorvolle Weise mit dem Thema zu beschäftigen, kann mal in folgendes Büchlein reinlesen: klick. Ich hab mich halb tot gelacht – gerade, weil es so wahr ist …)

Worauf ich hinauswill: Frauen sind Frauen und tun gut daran, das auch auszuleben. Gerade im heutigen Alltag können sie dies nämlich oft nicht: Im Berufsleben sollen sie sich „professionell“, was in diesem Zusammenhang „geschlechtsneutral“ heißt, verhalten. In der Familie sollen sie rund um die Uhr für alle da sein (oder kennt Ihr eine Familie, in der die Frau sich einmal im Monat für mehrere Tage ausklinken darf, wie es z.B. bei einigen indianischen Stämmen der Fall ist?). Und im Privatleben sollen sie „sich nicht anstellen wie ein Mädchen“.

Im Orientalischen Tanz dürfen Frauen Frauen sein (und zwar, OHNE einem starren Bild entsprechen zu müssen, siehe Teil 1 dieser Reihe). Sie dürfen ihre Weiblichkeit austanzen, ausleben, zur Schau stellen. Ihr glaubt gar nicht, wie viel Freude das macht.

Beim wöchentlichen Training kommt es zudem zu einem weiteren positiven Effekt: Die Kursteilnehmerinnen dürfen nicht nur Frauen sein, sondern sie dürfen auch die heute leider seltene Erfahrung machen, wie gut einem die Gemeinschaft mit anderen Frauen tun kann. In den orientalischen Ländern feiern Frauen oft getrennt von den Männern der Festgesellschaft, tanzen, trinken Tee und erzählen. Einen Teil dieses Lebensgefühls kann man im Orientalischen Tanz in unsere Kultur integrieren. Auch wir trinken vor dem Training gern zusammen mal ein Glas Tee (ich gebe zu, oft ist es auch ein Glas Sekt, irgendwer hat schließlich immer Geburstag oder einen sonstigen Grund zum Feiern) und dabei wird erzählt und gelacht. Wenn es auf einen Auftritt zugeht, werden Nähutensilien getauscht und Einkaufstipps verrraten. Es muss aber nicht immer ums Tanzen gehen – da meine Schülerinnen aus den unterschiedlichsten Bereichen stammen und von der Studentin über die Verkäuferin bis hin zur selbständigen Unternehmerin eigentlich alles vertreten ist, gibt es immer eine, die einen guten Rat hat. Oder genau das hat, was man braucht, auch in beruflicher Hinsicht. Jedes Business-Netzwerk ist nix dagegen😉

Ich will aber sogar noch weiter gehen: Eine gut funktionierende Gruppe kann stützen, aufbauen, halten und so – zumindest teilweise – das soziale Netz ersetzen, das vielen von uns im Zeitalter von Single-Haushalten und Patchwork-Familien fehlt. Vielleicht habe ich besonderes Glück mit meinen Schülerinnen, aber in meinen Kursen haben alle ein offenes Ohr und – viel wichtiger – ein offenes Herz füreinander (sorry, wenn das gerade so geschwollen klingt). Egal, ob Beziehungsstress, Probleme im Beruf oder schwere Krankheiten: In einer guten Gruppe kann man sich mitteilen und findet Trost, manchmal sogar guten Rat. Dabei profitieren gerade junge Frauen oft von der Lebenserfahrung der älteren Teilnehmerinnen und können so einen neuen Blickwinkel für ihre eigenen Situation finden.

Klingt gut, oder? Natürlich geht das nicht von heute auf morgen und man muss sich schon selbst in die Gruppe einbringen, um schließlich in sie integriert zu werden. Aber mit ein wenig Offenheit und Mut ist das leicht zu schaffen.

Hüftschwingende Grüße

Eure Asherah

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„Die Atmosphäre im Kurs is total nett, entspannt und herzlich. Ich habe mich sofort wohl gefühlt.“ (Elisa N., Studentin)

„Zudem ist die Gemeinschaft unserer Tanzgruppe einfach toll.“ (Marina Lang)

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Bildquelle: Deko unseres Orient-Cafés im Mai, aufgenommen von Simone

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