Pirates over Neunkirchen, Teil 1. Oder: Was man auch mal erlebt haben muss. Oder?

tusEs ist noch nicht lange her, da war wieder alljährliches Fastnachtstreiben angesagt. Zwar ist das Saarland nicht gerade eine Hochburg des Karnevals, aber auch hier gibt es genügend Rosenmontagsumzüge und Faschingsbälle, um eine Woche lang Party zu machen. Eine der bekannteren Veranstaltungen ist derTUS-Ball in Neunkirchen, benannt nach der gleichnamigen Sporthalle, und die „kleine Schwester“, der TUSsi-Ball an Weiberfastnacht. Beide Partys standen in diesem Jahr unter dem Motto „Pirates over Neunkirchen“ und der Veranstalter Gerd Drenkow, auf dessen Events wir schon mehrfach auftreten durften, hatte die Samtschlangen mit ihrer Piratennummer gebucht.

Da wir nicht nur altbewährtes tanzen, sondern auch etwas Neues bieten wollten, haben die Mädels eigens eine neue Choreo mit Schleier einstudiert. Insgesamt haben wir ein – wie wir fanden – schönes und stimmiges Programm mit dem Motto „Abenteuer auf hoher See“ zusammengestellt: Piraten gab es da, ausgelassene Tänze, gefährliche Kämpfe und sogar eine Nixe. Nachdem die Mädels nach einigen Trainingseinheiten die Schleier im Griff hatten, freuten wir uns auf unsere Auftritte und gaben bekannt: Wir sind bereit.

Aber waren wir das wirklich?

Ich sag’s gleich: Nein. Waren wir nicht. Und ich wüsste auch nicht, wie man sich auf das nun folgende hätte vorbereiten können. Aber der Reihe nach: Wir tus_umkleidetrudelten zwischen 22 und 23 Uhr in der TUS-Halle ein. Die Zeit bis zum Auftritt verbrachten wir fast komplett in unserer Umkleide, ich selbst klärte kurz mit dem Veranstalter noch letzte Details. Die Bühne war wie versprochen sehr groß, aber leider über die Hälfte mit DJ-Pult etc. belagert. Zurück in der Umkleide warfen wir deshalb noch einige Formationen um und schon ging es los.

Die Veranstaltung war recht gut besucht, etwa die Hälfte der Halle voll, im Publikum hauptsächlich Frauen jüngeren und mittleren Alters, die zu typischer Faschingsmusik tanzten und Spaß hatten. Auf dem Weg zur Menge mussten wir uns einen Weg durch die Menge bahnen, wurden dabei aber nicht beachtet. Wie besprochen positionierte ich mich in der Rolle der Nixe auf der Bühne und schon ging es los. Zum Intro von Cultus Ferox  „torkelten“ meine Piratinnen (natürlich gespielt) auf die Bühne und tranken erst einmal einen miteinander. Und dabei fiel es mir schon auf: Wir kamen beim Publikum nicht an. Natürlich war uns schon vorher klar gewesen, dass es um halb zwölf nachts an Weiberfasching eher schwer sein würde, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Aber mit diesem völligen Desinteresse hatten wir  nicht gerechnet. Auf den ersten Tanz folgte nicht etwa wenig Applaus, sondern überhaupt keiner. Und während meines nachfolgenden Solos erlebte ich etwas, was ich in 12 Jahren Tanz-Karriere noch NIE erlebt habe: Laute „Pfui!“-Rufe aus dem Publikum. Eine Erfahrung, die man gemacht haben muss? Ich weiß nicht … man lernt und wächst ja mit jeder Erfahrung, aber schön ist anders.

Die Mädels haben natürlich auch gemerkt, was vor sich ging, aber was sollte man machen? Die Show musste weitergehen und natürlich haben wir sie durchgezogen. Dass Gerdi uns vor der Zeit die Musik abgestellt hat und der letzte Teil der Performance, nämlich unser berühmter Dolch-Tanz, ungezeigt blieb, schiebe ich jetzt mal darauf, dass der arme Kerl auch hochgradig erkältet und fiebrig war. Vielleicht wollte er uns auch erlösen ;-( Die arme Ryka hatte sich jedenfalls völlig umsonst nach Neunkirchen gequält, sie war an dem Abend nämlich auch sehr krank und war nur wegen der letzten Nummer gekommen, die sie als Duo mit Emy Lee hätte tanzen sollen. Armer Hase!

Unser Abgang war dann natürlich auch alles andere als glamourös, zum einen, weil die Musik unerwartet ausblieb, zum anderen, weil das Publikum uns noch nicht einmal einen Pseudo-Applaus gönnte. Die Stimmung in der Garderobe war natürlich auch entsprechend … zu feiern gab es da nicht wirklich was, zumal die Mädels ein solches Desinteresse bislang auch noch nicht erlebt hatten bei ihren Auftritten. Als Krönung hat uns ein Besucher noch ein ganz wundervolles „Kompliment“ gemacht: „Ihr habt Euch ja richtig bemüht“. Ach Du Sch … Und dann hing ja auch noch der zweite Auftritt über uns wie das sprichwörtliche Damokles-Schwert …

Ob wir hingegangen sind und was sonst noch so passiert ist, erzähle ich Euch demnächst🙂

Hüftschwingende Grüße

Eure Asherah

 

3 thoughts on “Pirates over Neunkirchen, Teil 1. Oder: Was man auch mal erlebt haben muss. Oder?

  1. Sira sagt:

    Oh man, das tut nur beim Lesen weh, so was wünscht man keiner Tänzerin. Ich hoffe ihr erholt euch gut. Bin gespannt ob und wie die Geschichte weiter geht.

  2. […] einigen Tagen habe ich Euch von unserem Auftritts-Debakel auf dem TUSsi-Ball in Neunkirchen erzählt. Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, dass wir alle nicht wirklich […]

  3. […] Folter gespannt, oder? Sicher seid Ihr schon ganz neugierig darauf, zu erfahren, wie es mit unserer Piraten-Geschichte an Fasching […]

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