Pirates over Neunkirchen, Teil 2. Oder: Piraten in Not.

tus_marinaVor einigen Tagen habe ich Euch von unserem Auftritts-Debakel auf dem TUSsi-Ball in Neunkirchen erzählt. Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, dass wir alle nicht wirklich begeistert von der Vorstellung waren, das noch einmal zu wiederholen. Also musste erstmal Kriegsrat gehalten werden.

Als erstes schrieb ich eine Rundmail an alle Tänzerinnen, sowohl die, die am Donnerstag dabei gewesen waren, als auch die, die erst am Samstag hatten dazukommen wollen (schließlich war für viele freitags ein normaler Arbeitstag). In dieser Mail erklärte ich den Sachverhalt und stellte jeder Frau frei, für sich selbst zu entscheiden, ob sie unter diesen Umständen auftreten wolle. Ich hatte vollstes Verständnis für alle, die nicht kommen wollten und sag’s ganz ehrlich: Mir stand auch nicht der Sinn danach. Ohne arrogant wirken zu wollen: Ich habe es eigentlich nicht nötig (und auch nicht verdient), mich auf der Bühne ausbuhen zu lassen. Anderseits waren wir engagiert und wir wollten weder zickig noch unprofessionell sein. Die Diskussionen gingen hin und her und einige Frauen haben sich die Sache wirklich zu Herzen genommen. Letztlich kamen wir aber zu einem Entschluss: Wir tanzen! Uns kann nichts abschrecken: Weder Hitze, noch Regen, noch Schnee. Die Samtschlangen tanzen unter allen Bedingungen. Und: Wir lassen uns nicht gegenseitig hängen. Wir sind engagiert, also tanzen wir. Und lassen unsere Tanzschwestern nicht allein. Ich kann Euch gar nicht sagen, wie stolz ich auf meine Mädels war❤

Unser Entschluss stand also fest – aber dennoch überlegten wir, ob wir vielleicht irgendwie das Ruder zu unseren Gunsten umreißen könnten. Um ein neues Programm aufzustellen, war die Zeit viel zu knapp, aber einige Änderungen haben wir dennoch vorgenommen: So wurde mein (langsames) Nixen-Solo kurzerhand auf die Hälfte gekürzt, da es aus dramturgischen Gründen nicht einfach wegfallen konnte (Zitat: „Soviel müssen sie ertragen!“) und zum Tribaln wählten wir ein neues Lied: „Es gibt nur Wasser“ von Santiano. Tja, manchmal muss man harte Geschütze auffahren.

A propos Geschütze auffahren: Um das Intro der Nummer etwas kurzweiliger zu gestalten und das Publikum auf unsere Seite zu ziehen, kam uns ein genialer Gedanke: Wir machten uns zum nächsten Supermarkt auf und plünderten diverse Hausbars und füllten unsere Piratenschatzkiste mit vielen kleinen „Hüpfern“ (auch „Klopfer“ genannt, Ihr wisst schon, Kleiner Feigling & Co.), die wir verteilen wollten.

Als vielleicht wichtigste Vorbereitung kann man aber unseren folgenden Entschluss ansehen: Wir wollten auf diese verdammte Bühne gehen und Spaß haben. Ich habe den Mädels noch einmal ganz deutlich gemacht, dass sie alles getan haben, was man im Vorfeld tun kann. Dass sie gut tanzen, gut trainiert sind und toll aussehen. Und dass sie einfach alles geben und eine einzigartige Performance hinlegen sollen.

Ob wir es wohl geschafft haben, das Publikum diesmal zu begeistern? Was meint Ihr?

Hüftschwingende Grüße

Eure Asherah

Bildnachweis: Black Angel Photos

 

 

 

2 thoughts on “Pirates over Neunkirchen, Teil 2. Oder: Piraten in Not.

  1. Melanie sagt:

    Hallo, Ihr Lieben,
    habt ihr denn noch klären können, warum der erste Auftritt so wenig ankam?
    Was sagt denn der Veranstalter dazu? Hatte er etwas anderes von euch erwartet oder war er von den Publikumsreaktionen ebenso überrascht wie ihr?
    Zu einem gelungenen Abend gehört ja mehr, als „nur“ die Künstlerinnen. Waren vorher schon andere Dinge schräg/schief gelaufen an diesem Abend?
    Wie kamen die anderen Künstler an?

    Ich find´s übrigens toll, dass hier so offen über einen gefloppten Auftritt gesprochen wird (den wir anderen Tänzerinnen auch schon hatten, aber lieber unerwähnt lassen ;)). Hier kann man viel lernen und sich austauschen. Und, ich bin gespannt, auf den nächsten Teil :)!
    Liebe Grüße,
    Melanie

    • Liebe Melanie, ich habe mit dem Veranstalter gesprochen, er ist völlig zufrieden mit unserem Auftritt. Wir haben die Piraten-Nummer schon öfter auf seinen Events getanzt, deswegen wusste er auch genau, was er gebucht hat.
      Und was das „offene erzählen“ angeht – tja, wenn schon ein Blog über mein Tänzerleben, dass ein ehrlicher. Vielleicht hilft es ja auch irgendeiner Tänzerin da draußen, ihre eigenen schlechten Erfahrungen besser zu verkraften, wenn sie merkt, dass es uns allen mal so geht.

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