on tour: Die Benefiz-Gala 2016 in Spiesen-Elversberg

20160427_122907Am vergangenen Samstag, 23. April 2016, fand zum zehnten Mal die Benefiz-Gala „Tänze aus 1001 Nacht“ in der Glück-auf-Halle in Elversberg statt. Wie in jedem Jahr hatte Gastgeberin Limra Shaya alias Stefanie Sprengart die Show zu Gunsten der dortigen Kindergärten organisiert und viele befreundete Tänzerinnen eingeladen. Auch meine Samtschlangen waren zum dritten Mal eingeladen – an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Stefanie! Da meine Mädels sich für ihr Steampunk-Programm entschieden hatten, tanzten sie ohne mich – und ich hatte die Gelegenheit, mir die ganze Show aus dem Publikum heraus anzusehen (naja, FAST die ganze Show, denn ein technisches Problem zwang mich dann beim Auftritt der Mädels doch hinter die Bühne).

Doch bevor ich davon erzähle, noch ein zweites Dankeschön an die Organisatorin! Stefanie war nämlich nicht nur so nett, uns zu ihrer Show einzuladen, sondern hat sich wie immer auch ganz hervorragend um alles gekümmert: So gab es für alle Akteurinnen genügend Umkleiden, die diesen Namen auch verdienten (was ja nicht immer selbstverständlich ist), außerdem ein großes Buffett mit Getränken, Knabberkram und Kuchen, an dem sich alle stärken konnten. Und wer wollte, konnte auch noch nach der Show zu einem griechischen Essen bleiben – da fühlt man sich als Tänzerin doch wohl!

Nun aber zurück in den Saal! Die Show begann traditionell mit einem Einmarsch aller Tänzerinnen, die zum Klang mystischer Musik brennende Kerzen zur Bühne brachten. Mir persönlich gefällt diese Idee nicht so gut – weil man die Kostüme schon vorher sieht! Ich finde es viel spannender, wenn man noch nicht weiß, was einen an dem Abend noch alles erwartet. Außerdem war vielen Tänzerinnen anzusehen, dass sie sich nicht wirklich wohl fühlten bzw. nicht recht wussten, wie sie sich jetzt auf der Bühne verhalten sollten, so dass sich der Einstieg in den Abend ein wenig zäh gestaltete. Auch die Moderation konnte nicht recht überzeugen – aber dass ich kein Freund von moderierten Shows bin, habe ich bereits in diesem Artikel dargelegt. (Kalibo: Falls Du das hier liest: Du bist die bisher einzige mir bekannte Ausnahme *kusshand-zuwerf*)

IMG-20160422-WA0011Da das Programm sehr umfangreich war, kann ich leider nicht auf alle Nummern einzeln eingehen, sondern möchte nur einige heraus picken, die mir besonders aufgefallen sind oder mir besonders am Herzen liegen.
Das wäre zum einen die Gruppe der VHS Saarlouis mit ihrer Trainerin Maria Schwarz, die eine zwar einfache, aber sehr charmante Fächerschleier-Choreo mit einigen spritzigen Elementen zeigte. Maria selbst erhielt mit ihrem Trommelsolo den verdienten ersten Szenen-Applaus des Abends. Sie mag zwar technisch nicht perfekt sein, bringt aber ein Temperament und eine Freude am Tanz zum Ausdruck, die einfach mitreißen.
Besonders interessant fand ich den Auftritt von Melaina alias Julia Emrich mit ihrem Stamm Karmesin. Julia hat in meinem Studio getanzt, bis sie ihr Herz an ATS verlor und eigene Wege ging. Sie zeigte mit ihrer Gruppe eine schöne abwechslungsreiche Nummer mit vielen Formationswechseln. Ihr integriertes Solo mit Fächer überzeugte sowohl technisch als auch vom Ausdruck, war aber nicht mein Geschmack (ich hab’s leider gar nicht mit spanisch-arabisch oder gar Flamenco – sorry auch an die Tänzerinnen von Taconeo, die an diesem Abend zweimal auftraten).
Zwei für mich neue Gesichter waren zum einen die Tänzerin Adriana, die ein wunderbares klassisches Stück vertanzte. Bauchtanz, wie ich ihn liebe, vielen Dank dafür! Die noch sehr junge Laure-Anne sollte man im Auge behalten, ich glaube, da geht noch einiges: Technisch ist die Tänzerin schon sehr gut, aber ich vermute, sie hat noch nicht viel Bühnenerfahrung, zumindest war ihr Lächeln während ihres Solos recht nervös und ich hatte den Eindruck, dass sie ihren Tanz eher „gelernt“ als „gefühlt“ tanzte, was v.a. bei ihrem Trommelsolo auffiel. Aber auf jeden Fall vielversprechend, ich bin mal gespannt, ob ich noch mal einen Auftritt von ihr sehe. Sie tanzte übrigens noch ein zweites Mal mit einer Gruppe von drei Frauen, die sie anscheinend leitet. Auch hier sehr junge Mädels mit Potential, ich habe mich an meine Anfangszeiten als Trainerin erinnert gefühlt und bin gespannt!
Zu den Auftritten von Elmira und ihren Gruppen braucht man eigentlich nicht viel zu sagen – die Deutsche Meisterin hat ihren Titel nicht umsonst, auch wenn mich ihre Kostüm- und Musikwahl nicht immer ganz überzeugt. Aber das ist ja auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Toll fand ich ihren Säbel-Tanz (ohne Glitzer am Kostüm wäre er noch besser gewesen) und ihr persisches Stück – ich liebe persischen Tanz! Die Gruppen aus Elmiras Orient konnten auch durch die Bank überzeugen: Hier sieht man, dass intensiv trainiert wird. Besonders schön fand ich die Eröffnungsnummer von Luna Medea zur romantischen Musik „Once upon a december“ sowie Elmiras Duo mit einer ausdrucksstarken Nummer zum Thema „schwarz und weiß“.
Meine Samtschlangen hatten leider sehr viel Pech mit der Technik – wie gut, dass wir eine Ersatz-CD von der Ersatz-CD dabei hatten! Sie bekamen trotzdem (oder gerade wegen ihrer professionellen Reaktion) sehr viel Applaus und ich war mal wieder stolz wie Oskar😉

Generell sind mir an dem Abend noch einige Dinge aufgefallen:

  1. Gerade bei den VHS-Gruppen, aber z.B. auch bei Karmesin, war das Niveau der teilnehmenden Tänzerinnen sehr unterschiedlich, was ich prinzipiell sehr begrüße! Der orientalische Tanz ist nicht nur für Profis oder Semi-Profis, sondern für jede Frau und ich fände es schade, auftrittswillige Frauen auszuschließen. Andererseits habe ich aber ein Problem damit, wenn eine Frau eigentlich gar nicht auftrittsreif ist und weder von ihrer Technik noch von ihrem Ausdruck her das Gefühl vermittelt, sich auf der Bühne wohlzufühlen. Schwieriges Thema – dem sollte ich mich mal in einem eigenen Blogartikel widmen.
  2. Ich mag es nicht, wenn Gruppen nicht in einheitlichen Kostümen tanzen. Das hatte ich auch bei anderen Shows schon angemerkt. Es müssen nicht alle exakt das gleiche tragen, aber ein Konzept wäre schon toll. Gerade wenn bei der Choreographie besondere Formationen oder Bilder einstudiert werden, würden diese bei ähnlichen Kostümen sehr viel mehr Wirkung zeigen.
  3. Ich bin ein großer Fan von Requisiten. Ich liebe Requisiten! Sie bringen Abwechslung auf und vor die Bühne und bieten so unendlich viele Möglichkeiten! Aber dann bitte doch mit Sinn! Einen Federfächer nur um des Federfächers willen einzusetzen, hat keinen Reiz, v.a. wenn weder Tanzstil noch Musikauswahl zum gewählten Accessoire passen.
  4. Frauen über 50, die sich mit ihren Freundinnen treffen, Likörchen schlürfen und quatschen wollen, sollen sich den Eintritt sparen und zuhause bleiben😉

Abschließend lässt sich sagen, dass die Besucher eine eindrucksvolle Show geboten bekamen, die durch Abwechslungsreichtum, ausdrucksstarke Tänzerinnen und z.T. wirklich hochkarätige Besetzung überzeugen konnte. Doch manchmal ist es auch des Guten zuviel: 3 Stunden Show mit 29 Nummern waren für meinen Geschmack einfach zu lang und ich glaube, da ging es nicht nur mir so. Dabei ist mir aufgefallen, dass fast die Hälfte des Programms durch Elmira und ihre Schülerinnen bestritten wurden – vielleicht wäre hier ein Ansatz, das Programm im nächsten Jahr ein wenig zusammenzustreichen (wobei wirklich alle Gruppen toll getanzt haben – aber dazu haben sie ja auch auf Elmiras eigener Show Gelegenheit).

Wer sich lohnswerte Fotos von der Show ansehen will, findet hier die Galerie von Black Angel!

Wer von Euch war denn auch auf der Show? Wie war Euer Eindruck?

Hüftschwingende Grüße
Asherah

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